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E-Book: Wanyama

Aktualisiert: 17. Dez 2020

Wanyama - Die Wächter Afrikas von Christian Rau



Weitere Informationen und Les Die Sonne stand bereits hoch über der unerbittlichen Landschaft der Sahara, als Ivoire aufwachte. Zumindest warf der Lichtstrahl, der durch einen schmalen Riss in der Zeltdecke fiel, einen kurzen Schatten. Erschrocken warf Ivoire einen Blick auf seine schmutzige Armbanduhr, die neben seiner Bettstatt hing. Er fluchte. Es war schon elf Uhr! Wie hatte das nur passieren können? Weder seine innere Uhr noch die allgemeine Aufbruchsstimmung hatte ihn aus dem Tiefschlaf geholt, geschweige denn einer seiner Stammesbrüder. »Verdammte Bastarde!«, fluchte der junge Targi, während er in seine Ikerbey-Hose schlüpfte. »Das machen die doch mit Absicht!« Natürlich hatte ihn jeder zuhause davor gewarnt, mit dem Imusay Hamid und seinen Leute an der Verfolgung der Entführer teilzunehmen. Der abgebrühte Clan-Häuptling hatte ihn nur widerwillig mitziehen lassen und ihm gedroht, Ivoire zurückzulassen, falls er die Truppe behinderte. Fluchend schnallte der Sechzehnjährige seine Unterschenkelprothese fest. All die Ablehnung, nur wegen einer dämlichen Tretmine! Als er das Kämpfen verweigerte, hatten ihn die Claws dazu gezwungen und jetzt, wo er bereit war, gegen seine ehemaligen Peiniger vorzugehen, ließ man ihn nicht. Jeder sah in ihm einen adoptierten Krüppel, keinen Krieger. Einige Stammesangehörige sahen in ihm nicht einmal einen echten Targi. Seine Behinderung war für Ivoire jedoch nicht zum Verhängnis geworden. Es war noch viel ärgerlicher. Er hatte verschlafen, ein Missgeschick, das jedem passieren konnte. Ein kurzer Weckruf hätte genügt, ein paar Sekunden Aufmerksamkeit. Sicher hatte Hamid die Gelegenheit ausgenutzt, seinen persönlichen Klotz am Bein loszuwerden. Sie hegten soviel Sympathie füreinander wie eine Arschbacke für einen Dornbusch.



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